Nadine C., Jahrgang 1984

Erfahrungsberichte: Myasthenia gravis

Als damals die ersten Beschwerden bei mir auftraten, war ich gerade mal 16 Jahre geworden und war mitten im Prüfungsstress in der Schule.

Es fing alles damit an, dass mir beim Kämmen meiner Haare die Arme immer schwerer wurden und ich sie nicht lange hoch halten konnte. Dann sah ich im Spiegel, dass mein eines Augenlid immer sehr stark nach unten hing und Doppelbilder waren ständig an der Tagesordnung. Ich dachte mir damals nichts dabei, ich dachte nur, ich bin halt im Stress für die Prüfung. Meine Beine fühlten sich auch an wie Wackelpudding. Doch dann fing es an, dass ich Probleme hatte weder feste noch flüssige Nahrung runterzuschlucken.

Meine Mutter ging dann mit mir zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt und der diagnostizierte Knötchen im Hals, darum diese Schluckbeschwerden sagte er. Er verschrieb mir ein Inhalationsgerät, aber dadurch wurde es immer schlimmer. Als wir nach ca. einer Woche wieder zum Arzt gingen und ihm sagten, dass es nicht besser geworden ist, sondern eher schlimmer, verwies er mich an einen Neurologen in Wolfsburg. Dieser hatte sofort den schlimmen Verdacht auf MG und ließ mich sofort in die Universitätsklinik in Magdeburg einweisen, gerade auf den 01.08., wo ich eigentlich hätte meine Lehre beginnen sollte, darüber war ich sehr traurig, aber die Gesundheit geht halt vor. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich in einem Monat 6 Kilo abgenommen.

Die Ärzte in der UNI-Klinik machten erstmal viele Tests mit mir und am 2. Tag wollte dann auch noch mein Blinddarm raus. Tja, wenn man schon mal im Krankenhaus ist, kann man sich ja auch gleich einige Sachen rausnehmen lassen #grins#. Einige Tage nach der Blinddarm-OP wurde ich dann auf Tabletten eingestellt und durfte erstmal für 2 Wochen nach Hause.

Die Ärzte haben mir empfohlen eine Thymektomie bei mir vorzunehmen, da dass im jungen Alter noch eine bessere Heilungschance bringt. Mir war es damals egal. Ich wollte einfach nur das es mir besser geht, darum hatte ich auch keine Angst vor diesem Eingriff. Anfang September 2000 wurde ich dann tymektomiert und lag eine Woche auf der Intensivstation. Eine Woche lag ich dann noch auf der neurologischen Station und durfte dann auch schon nach Hause. Seit dem nehme ich 3x Mestinon 60, 1x Imurek 50 und eine halbe Mestinon retard. Damit geht es mir eigentlich sehr gut.

Meine Lehre hatte ich dann zwar verloren, aber die hätte ich eh nicht weitermachen können, Einzelhandelskauffr au in einem Elektronikgeschäft. Ein Jahr später habe ich dann eine neue Lehre begonnen als Rechtsanwaltsfachan gestellte und habe diese im Sommer diesen Jahres beendet.

Ein halbes Jahr nach meiner Operation wurde bei meiner Mutter die gleiche Diagnose gestellt, MG.